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Kult und FARB

"Kult" sein bedeutet umgangssprachlich: bei einer bestimmten Anhängerschaft ein hohes Ansehen, Kultstatus erlangt haben und deshalb verehrt werden, beliebt sein: der Film, das Buch, die Band ist Kult. Das Vredener "kult" ( K ultur u nd l ebendige T radition) ist nicht Kult. Schon gar nicht lebendig. In Museen herumstehen ist öde. Der Besucher will mitgestalten. Deshalb sind moderne Museen interaktiv. Die Präsentation der Exponate im "kult" entspricht in keinster Weise den Vorstellungen von einem modernen Museumskonzept. Hoffentlich nehmen sich die Borkener "FARB"-Gestalter kein Beispiel am "kult".

Borkener Gutachteritis

Frage: Was ist flüssiger als Wasser? Antwort: Viele Gutachten. Die sind überflüssig. Beispiel gefällig? Da bemüht die Stadt Borken für viel Geld einen promovierten Gutachter aus Köln, um Raumkonzepte und Belegung ihrer Sporthallen zu ermitteln. Ergebnis der monatelangen gutachterlichen Prüfung: Die Gymnastikhalle in Grütlohn verfügt über keine Duschen und hat nur einen Umkleideraum. Außerdem ist sie nur an drei Tagen in der Woche belegt. Super Erkenntnisse von Dr. Gutachten, auf die niemand aus der Verwaltung jemals hätte kommen können. Die Frage, ob sinnloser Geld ausgegeben werden kann, sollte in Borken dringend gutachterlich geprüft werden.

Offene Müllverbrennung

Beim "Wir erhalten Werte"- Entsorger Borchers hat's wieder gebrannt. Bis in die geschlossene Müllverbrennungsanlage haben es die Pressballen, gefüllt mit Plastikmüll, nicht mehr geschafft. Offenbar wollten sie nicht länger Geruch verbreitend  im Freien liegen und haben sich kurzentschlossen selbst entzündet, wie Unternehmer Georg Borchers vermutet. Die Bezeichnung "Müllentsorgung"  beschönigt bewusst. Soll heißen: Wir geben unseren Müll ab und müssen uns weiter keine Sorgen machen. Davon konnte wieder einmal keine Rede sein. Das war nicht der erste und wohl auch nicht der letzte Brand bei Borchers. Warum müssen wir schlucken, dass Borchers Müll aus ganz Europa nach Borken holt? Das dient seiner Gewinnmaximierung, schadet aber unserer Gesundheit. Borchers selbst wohnt übrigens schon seit den ersten Bränden nicht mehr in Borken.

Ein Mann mit Prinzipien

Hartwig Westermann will wieder wechseln. Bei dem gefühlt 14. Wechsel von Partei zu parteilos und umgekehrt bleibt er seinen Prinzipien treu: Nur kein Aufhebens machen. Ich bleib' sicher im Rat. Die Kohle läuft. Der Wählerwille ist mir völlig egal. So schweigt er sich von Sitzung zu Sitzung durch. Jetzt schweigt Westermann für die FDP, weil die CDU, zu der er auch gerne gegangen wäre, ihn nicht wollte. Schweiger hat die nämlich schon genug. Die FDP ist plötzlich eine Fraktion, bekommt mehr Geld aus der Stadtkasse und kann zusätzliche Ausschusssitze beanspruchen. Die bekommt die Nitsche-Westermann-Fraktion von der CDU. Spannend, wer da jetzt seinen Platz räumen muss. Ob der seit seinem Wechsel zur CDU blasse Stadtverordnete Borchers schon zittert?

Spieglein, Spieglein an der Toilettenhauswand

Nachdem in Bonn ein neues Toilettenhaus errichtet worden war, wollten seine Erbauer wissen, ob es auch wirklich das teuerste sei. So stellten sie sich vor den Toilettenspiegel und sprachen: "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat das teuerste Toilettenhaus im ganzen Land?" Darauf der Spiegel: "Ihr habt das teuerste Toilettenhaus hier, aber hinter dem Siebengebirge, bei den vermeintlichen Zwergen im Münsterland, da will man eins bauen, das ist noch viel teurer als eures hier." "Es ist topmodern, hat Spiegel überall. Von innen und von außen. Es wird so toll, dass alle später dort hinein wollen. Auch die, die gar nicht müssen. Dann müssen die, die müssen, draußen bleiben." Darauf wendeten sich die Bonner enttäuscht ab und nahmen sich vor, ihr nächstes Projekt - den Bau eines Parkhauses - unerreichbar teuer werden zu lassen. Auf die Reaktion der vermeintlichen  Münsterlandzwerge darf man gespannt sein.

Rathaus oder Vierhaus

Die Diskussion um Parkplätze auf dem Marktplatz wird immer obskurer. Offenbar hält Engelbert Vierhaus für seine Geschäftskollegen in der Innenstadt  die Fäden fest in der Hand. So verteilt er schon mal die imaginären Marktplatz-Stellplätze acht und neun an den neuen Betreiber des Rathauscafes. Hat Bürgermeisterin Schulze Hessing vor Vierhaus und Co. kapituliert? Zur Beruhigung teilt Leserbriefschreiber Vierhaus mit, dass die Marktplatzverschandelung nur ein Provisorium sein soll. Doch jeder weiß - nichts hält sich länger als ein Provisorium. Das alles ist offenbar an der derzeit schwachen Politik vorbei geregelt worden. Wer hat in der Stadt eigentlich das Sagen? Vierhaus oder Rathaus.

Fürchterlich

Wenn eine Wesekerin, ein Rhedenser und ein Burloer sich Gedanken über die Verbesserung der Parksituation in Borken machen, dann muss den Borkenern angst und bange werden. Allen Ernstes will das Trio ein Parkhaus an der Brinkstraße bauen lassen. Einer extrem leistungsfähigen Straße, wie jeder in Weseke weiß. Wohnhaus weg, Parkhaus mit Pissecke hin. Man fragt sich auch, hat Gutachter Krämer-Mandeau sein Betätigungsfeld jetzt auf die Berechnung von Stellplätzen ausgedehnt? Oder wie kommt man darauf, dass in Borken Parkplätze fehlen? Hoffentlich kann die Politik das Trio-Infernale noch stoppen.

Parkplatzfieber

In Borken ist die Parkplatzsucht ausgebrochen. Und schon sucht Jürgen Kuhlmann, Technischer Beigeordneter der Stadt, "fieberhaft"  nach einer Lösung. "Fieberhaft"  bedeutet (siehe Duden): "Fiebrig, angestrengt, aufgelöst, aufgeregt, aufgewühlt, eifrig, erhitzt, erregt, fahrig, fiebrig, hastig, hektisch, Herzklopfen habend, nervös, rastlos, ruhelos, ungeduldig, unruhig, ununterbrochen; unstet; (umgangssprachlich) kribbelig, zappelig; (landschaftlich) fickerig". Damit ist klar: Wer "fieberhaft" nach einer Lösung sucht, schafft ein Problem. Und Parkplätze auf dem Marktplatz zu schaffen, ist das Problem. Sein Name: Parksuch(t)verkehr. Zukünftig werden alle Stellplatzsuchenden in der Innenstadt zuerst den Marktplatz ansteuern, um dort nach einem Plätzchen für ihr Vehikel Ausschau zu halten. Das gibt es dort in der Regel aber nicht. Das bedeutet: Der Marktplatz wird überwiegend sinnl...

Deutschland wie Ottenstein

Jens Spahn (37), gebürtiger Ottensteiner,  trägt beim Aschermittwoch-Jokus im Schwabenland Trachtenjanker. "Die Stimme der Konservativen" (Schwäbische Zeitung), präsentiert dort sein konservatives Deutschlandbild. Der Tenor: Die "Menschen" sehnen sich wieder nach kultureller Sicherheit - kultureller Übersichtlichkeit, wie er sagt. Jene kulturelle Übersichtlichkeit, wie sie in Ottenstein anzutreffen ist? Ein Schützenverein, ein Sportverein, alle katholisch, für die Jugend die Landjugend und die Junge Union, kaum Ausländer, die CDU als kommunalpolitischer Alleinanbieter. Und für Spahn ganz wichtig: keine Englisch sprechenden Kellner. Gleichschaltung statt Unübersichtlichkeit. Ottenstein statt Deutschland.