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Es werden Posts vom 2020 angezeigt.

MKQ und ISW

MKQ und ISW kommen im Song "Mit freundlichen Grüßen" der Fanta-Vier als Abkürzungen nicht vor. MKQ steht für Meier, Kohlruss, Quernhorst, ein Architekten-Büro aus Rhede, in dem Günter Kohlruss zur Geschäftsleitung gehört. ISW steht für ISW Ingenieur Sozietät GmbH. Ein Planungsbüro überwiegend für Tiefbauleistungen, in dem Frank Richter das Sagen hat. Richter und Kohlruss sind die CDU-Stadtrats-Vorderen in Borken. Beide natürlich im Bauausschuss aktiv. Bemerkenswert: 2012 trat Günter Kohlruss nach lediglich drei Jahren als Vorsitzender des Bauausschusses zurück. Begründung: Sein Architekturbüro war bei der Abgabe von Vorschlägen für einen Rathausanbau nicht berücksichtigt worden. Jetzt, 2020, sieht man Kohlruss für MKQ auf dem Foto der BZ an der Schippe beim ersten Spatenstich für die Rathauserweiterung.  Hat doch noch geklappt. Honi soit qui mal y pense.

Wir gönnen uns ja sonst auch alles

Getreu dem Motto "Was kostet die Welt, wir gönnen uns ja sonst auch alles" genehmigt sich TuS Velen einen neuen Sprecherturm auf der Sportanlage. Dafür erhält der Verein einen Zuschuss aus dem NRW Programm „Moderne Sportstätte 2022“.   27.000 Euro Zuschussgeld wollen sie dafür verbraten. Willi Lindinger, Vorsitzender des Vereins, dazu. „Der alte Sprecherturm war schon abgesackt, er war unterwühlt und verfault. Den haben wir vor ein paar Jahren abgebaut“. Dabei hätte es bleiben sollen. Das unsinnigste Bauwerk auf einem Sportplatz ist ein Sprecherturm. Zeitgemäß ist er schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Drahtlostechnik macht ihn überflüssig. Darum hätte er auch nie durch ein Zuschussprogramm, welches sich "Moderne Sportstätte 2022" nennt, gefördert werden dürfen. Zahlreiche Vereine im Kreis Borken hätten das Geld sicher für sinnvollere und zukunftsfähigere Projekte gebrauchen können.

Deutsche Bank Geld gibt's jetzt bei Aldi

Der Geldautomat der Deutschen Bank Filiale ist am 3. November gesprengt worden. Bis heute ist die Bank geschlossen. Bei der Sprengung scheint mehr als nur der Automat kaputt gegangen zu sein.  Auf einem eilig mit der Hand geschriebenen, übersichtlich strukturierten DIN A4-Blatt als Aushang teilen die Bankangestellten den wahrscheinlich staunenden Kunden mit, dass sie vorerst ihr Geld bei Aldi abholen sollen. Frage der Aldi-Kassiererin vor der Bardgeldauszahlung: "Sind Sie pleite oder bei der Deutschen Bank?"

Profitgeburten

"Gesundheit ist kein wirtschaftliches Gut und kein industrielles Produkt, das man herstellen kann wie ein Auto oder einen Computer. Das Ziel, damit Gewinne zu machen, ist grundfalsch", sagt Dr. Umes Arunagirinathan, von Beruf Herzchirurg, in seinem Buch "Der verlorene Patient".  Eigentlich müsse der Mensch im Mittelpunkt stehen. Dr. Arunagirinathan prangert vor allem zunehmendes Profitstreben an, das nach seiner Auffassung im Medizinbetrieb nichts zu suchen hat. Die Einführung der Fallpauschalen ab 2003 für Krankenhausbehandlungen hat zur Kommerzialisierung der Krankenhäuser geführt. Ergebnis: personelle Unterversorgung,  miserable hygienische Bedingungen und überlastete Ärzte und Pfleger. Geburtsstationen sind nicht profitabel zu betreiben. Sie werden daher entsprechend der Vorgaben zur Gewinnorientierung wenn möglich quersubventioniert, ansonsten geschlossen. Eine ortsnahe Geburtshilfe ist aber aktive Daseinsvorsorge. Sie darf einer kühlen Gewinnarithmetik nicht

König für Röring

Wer wird der nächste CDU-Bundestagskandidat für den Kreis Borken? Zur Wahl stehen aktuell Anne König aus Borken und Johannes Röring aus Vreden. Röring sitzt seit 2005 im Bundestag. Einen Namen hat es sich dort besonders als Großverdiener mit Nebenjobs gemacht. So erzielte er 2013-2016 Nebeneinkünfte in Höhe von etwa zwei Millionen Euro und lag damit an zweiter Stelle unter den Bundestagsabgeordneten mit den höchsten Bruttobezügen in diesem Zeitraum.  Für seine Abgeordnetentätigkeit kann Röring getrost auf Lobbyisten verzichten. Er ist sein eigener Lobbyist.  Den Überblick über seine zahlreichen Nebentätigkeiten im Agrarbereich verliert Röring schon mal. So berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass   das Bundestagspräsidium offiziell einen Verstoß Rörings gegen Verhaltensregeln des Bundestags festgestellt habe. Trotz Ermahnung habe er Nebeneinkünfte aus der Agrarbranche nicht rechtzeitig angegeben. Es ging um Tätigkeiten bei der Landwirtschaftsverlag GmbH und der Deutsche Genossenschafts

Die Plus-Volksbank

In Burlo ist die Volksbank umgezogen. Ins ehemalige Café Rosengarten. Erkennbar ist das an einem schrillen orangefarbenen Bauteil, das man zuerst für einen Hinweis auf eine Plus-Filiale halten könnte. Optisch sehr auffallend und damit für das Projekt "Rosengarten" architektonisch eine Katastrophe. Doch was solls!  Die Volksbank bringt endlich jene Miete, die Planer und Eigentümer Günter Kohlruss mit dem Café nicht erzielen konnte. Weniger Freude dürften die Rosengärtner, die Bewohner der Anlage, haben. Dabei ist die Verschandelung des Gebäudes nur ein Ärgernis. Ein Plus gibt es beim Türenschlagen zur Nachtzeit, bei Parkproblemen und durch zusätzlichen Verkehrslärm. Auch das Risiko einer Sprengung des Geldautomaten durch Bankräuber vermehrt die Besorgnisse der Anwohner durch die Umnutzung. Warum bei der Umbaugenehmigung durch die Stadt niemand auf die Veränderung der Park-und Verkehrssituation geschaut hat, kann wohl nur Günter Kohlruss erklären. Er sitzt für die

"Irgendwie"

Was die deutsche Nationalmannschaft derzeit spielt, ist nicht das Schwarzrotgelbe vom Ei. In der Fifa-Weltrangliste stehen wir zurecht nur noch auf Platz 14. Unser "Irgendwie"-Bundesjogi scheint mit seinem Badner-Latein am Ende zu sein. Die Abwehr ist löchrig wie Schweizer Käse und im Mittelfeld kommt es häufig zu Ballverlusten.  So wird das nichts. Löws "Irgendwie-au" Erklärungen helfen nicht weiter. Seine Gesichtszüge entgleiten ihm immer mehr.  Wenn das deutsche Team erfolgreich war, dann mit einer stabilen Abwehr und mit Spielern, die auf dem Platz Ansagen machen. Auf Hummels und Müller in der Nationalmannschaft zu verzichten, ist fahrlässig. Jogi Löw sollte endlich "irgendwie" seinen nicht vorhandenen Hut nehmen. (Siehe auch Möckafritze "Kein Wunder von Watutinki" und "Mit Tiki-Taka nach Taka-Tuka")

Make Ebbing Great

Wer die Plakate der UWG zur Kommunalwahl gesehen hat, der ahnte schon: hier sollte Großes erreicht werden. Brigitte Ebbing immer voll im Bild. Im Hintergrund, leicht verschwommen, irgendwelche UWG-Kandidaten. Der Plan: Brigitte größer machen als sie ist. Brigitte, das Gesicht der UWG, ohne die in Borken nichts geht. Geht aber doch. Die Ebbing-Kampagne war ein Schuss in den Ofen. Die UWG schaffte ihr angestrebtes Ziel, zweitstärkste Kraft in Borken zu werden, wieder nicht. Vielmehr fiel sie nach geringen Verlusten noch hinter die Grünen auf den vierten Platz zurück. Brigitte Ebbing, die Frontfrau der UWG, die UWG-Vorsitzende der Wählergemeinschaft auf Kreisebene, die UWG-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, die UWG-Schriftführerin auf Ortsebene, das UWG-Kreistagsmitglied, sie war gescheitert. Stellte sich die Frage: Wie könnte es die UWG-Pöstchensammlerin dennoch schaffen, stellvertretende Bürgermeisterin zu werden? Über eine gemeinsame Listenverbindung der Oppositionsparteien, wie von der

Überirdisch

Wenn schon nicht der Stadtrat, dann hat wenigstens der Himmel ein Einsehen und verhindert die Pläne von Investor Stephan Schmidt für einen brachialen Neubau an der Remi-Kirche.  Haben Architekt, Investor und die Mehrheit der Stadtverordneten schon auf die Einhaltung der Gestaltungssatzung gepfiffen, so stellen die besonderen historischen Gegebenheiten um Remigius herum jetzt weitere Hürden für das Bauprojekt dar. Oberirdisch würde das von Frank Richter (CDU) geforderte laute, stadtbildprägende Gebäude nicht zum vorhandenen Gebäudeensemble passen.  Unterirdisch zerstört der Bau historisch bedeutsame Borkener Denkmäler. Das Gebiet ist „ein wichtiges archäologisches Quellenarchiv, dessen Auswertung neue und weitergehende Erkenntnisse zur Entwicklung Borkens vermittelt, die auf keinem anderen Weg gewonnen werden können“. (BZ) Das Bauvorhabens muss daher "durchgängig" von Archäologen begleitet werden. Die nicht unerheblichen Kosten hat der Verursacher, der Bauherr zu tragen. Wenn

"Nachher erschießen ..."

Christian Lüth, kürzlich noch Pressesprecher von Alexander Gauland, hat der Öffentlichkeit unfreiwillig die simplen AfD-Überlegungen zur Machtergreifung mit anschließender Beseitigung von Migranten offenbart. In einem Gespräch mit der Influencerin Lisa Licentia, das von einem Jounalisten von ProSieben heimlich mitgeschnitten wurde, äußerte er sich folgendermaßen: " Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD (…) Wenn jetzt alles gut laufen würde (…), dann wäre die AfD bei drei Prozent. Wollen wir nicht. Deshalb müssen wir uns eine Taktik überlegen."  Dies klinge so, als ob es in seinem Interesse läge, dass noch mehr Migranten kämen? Lüths Antwort:  "Ja. Weil dann geht es der AfD besser. Wir können die nachher immer noch alle erschießen. Das ist überhaupt kein Thema. Oder vergasen, oder wie du willst. Mir egal!" In Borken haben 466 Wähler für die AfD gestimmt. 466 Borkener, denen bewusst sein musste, wofür die Kandidaten der AfD politisch stehen. Mehr

"Mal sehen ..."

Die Kommunalwahl ist gelaufen.  Zufriedenheit bei der CDU, sie hat ihre absolute Mehrheit - warum auch immer -  behalten.  Die Grünen haben sich verbessert und einen Sitz hinzugewonnen.  Kann man eine Partei, die unter fünf Prozent geblieben ist, als Wahlsieger bezeichnen? Die FDP ist mit vier Prozent und zwei Sitzen jedenfalls wieder im Stadtrat von Borken. Wie lange halten es die Liberalen wohl diesmal miteinander aus? Die AfD ist auch dabei. Ihr haben insgesamt 466 Stimmen gegen unsere Demokratie gereicht, um einen braunen Sitz zu ergattern.  Die UWG hat ihr Dauerwahlziel, in Borken zweitstärkste Kraft zu werden, wieder einmal verfehlt und ist jetzt, nach geringen Verlusten, nur noch viertstärkste Kraft. Eine knallharte Analyse zu den niederschmetternden Verlusten ist hingegen auf Seiten der SPD angesagt. Wie soll es jetzt weitergehen? Einen interessanten Beitrag dazu hat bereits SPD-Frau Evegret Kindermann geliefert. Ihr Vorschlag für die weitere Arbeit im Stadtrat: "Mal sehen

Burloer CDU-Klüngel

Wer in Burlo Ortsvorsteher wird, entscheidet seit Kriegsende die CDU in Borken. Ausschlaggebend für die Wahl im Stadtrat von Borken sind weniger Qualifikation oder Engagement der Person für Burlo, sondern ihr verwandtschaftliches Verhältnis zu Orts-CDU Größen.  Als vor Jahren nach Jahren des Stillstandes in Burlo Aloys Fasselt als Nachfolger des regen Werner Melis seines Amtes als Ortsvorsteher überdrüssig war, folgte ihm sein Schwager Alfons Finke. Der war erst kurz zuvor in die CDU eingetreten. Die Geschichte wiederholt sich jetzt.  Alfons Finke tritt ab und soll sein Amt an Maria Schulte übergeben, die Freundin des Vaters des CDU-Ortsvorsitzenden Holger Wüstnienhaus. Über die politischen Absichten der Dame ist nichts bekannt. Offenbar scheint die Orts-CDU der Meinung zu sein, das wird in Burlo schon niemanden interessieren, gewählt wird doch sowieso (wieso eigentlich) immer die CDU. Die Wahl von Maria Schulte aus dem CDU-Klüngel ist in dem Falle besiegelt. Und Burlo wird weiter im v

Eine Stimme für die AfD ist eine gegen unsere Demokratie

Die AfD will die liberale Demokratie abschaffen.  Björn Höcke hat die "Trockenlegung der Zivilgesellschaft" gefordert und politische Gegner als "geisteskrank" bezeichnet. So reden und handeln Nazis, wenn man sie nicht daran hindert. Wer heute noch AFD wählt, der kann für sich nicht in Anspruch nehmen, lediglich seinen Protest den etablierten Parteien gegenüber zum Ausdruck bringen zu wollen. AfD-Wähler wählen Faschisten. AfD-Landessprecher Rüdiger Lucassen hat jetzt in Borken die Corona-Demo vom Wochenende in Berlin,  bei der es zu einem Ansturm von Faschisten auf den Reichstag kam, als "Friedensfest" bezeichnet. Damit bringt er seine Verachtung unserer freiheitlichen Demokratie gegenüber zum Ausdruck. Wer wie die zentralen Figuren der AFD Auschwitz und die Judenverfolgung im Nationalsozialismus für einen Vogelschiss hält, macht sich schuldig an aktuellen Opfern rechter Gewalt.  Wer solche Parteien wählt, macht sich mitschuldig.

CDU gibt auf

In der Auseinandersetzung um den Erhalt der Geburtshilfestation im Borkener Krankenhaus plädiert die CDU für Aufgabe.  Im Frank-Richter-CDU-Sprech formuliert: " Die Verlegung der Geburtshilfe trifft uns hart, sie steht aber nach der rationalen Entscheidung des Krankenhauses fest. Petitionen, Resolutionen und direkte Gespräche halfen nicht. Wer behauptet, man könne noch dafür „kämpfen“ oder Druck ausüben, täuscht sich und andere." (BZ) Nun weiß man nicht genau, was Richter und seine Borkener CDU versucht haben, um ihre Parteifreunde in Düsseldorf und Berlin umzustimmen. Aber viel kann es nicht gewesen sein. Gehört hat man jedenfalls   nichts davon. Aufgabe ist aber keine Option.  Hätte die SPD in Borken nach entsprechenden Mehrheitsbeschlüssen ihren Widerstand aufgegeben, stände heute am Kuhm lediglich ein Parkhaus, der Stadtpark wäre untertunnelt und der Marktplatz wäre mit einem Monstergeschäftshaus zugebaut. Widerstand ist nicht zwecklos. Die Borkener wollen ihre Geburtshi

Der Klostersee-Blues - alles hätte so schön sein können

Am 6.12.2000 war noch alles in Butter. Stadt und Klostersee-Erwerber schlossen einen Vertrag über die Entwicklung eines Freizeitgebietes am Baggersee an der Rheder Straße in Burlo.  Die BZ schrieb damals: "Für den Bau der Freizeitanlage Klostersee heißt es jetzt "Leinen los". Gestern unterzeichneten die Investoren Peter Rolf, Josef van de Locht, Aart de Graaf und Felix Janzen mit der Stadt den Durchführungsvertrag über den Landhauspark. 154 Ferien- und Wochenendhäuser werden in den nächsten drei Jahren auf dem acht Hektar großen Gelände errichtet, dazu Freizeiteinrichtungen wie zum Beispiel Bootsanlegestelle, Restauration und Sauna. Schon nächstes Jahr können die ersten Urlauber einziehen: im ersten von vier Bauabschnitten entstehen 52 Häuser. ... Baden im Baggersee wird wohl erst im übernächsten Jahr möglich sein. Bis dahin dürfe die Firma Gelsenrot das Vorkommen ausschöpfen." Baden im Klostersee an einer Badebucht mit Bootsanlegestelle, Restauration, Umkleidehau

Kaum Frauen

Die Borkener CDU hat ihre Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 nominiert.  Das entsprechende Bild in der BZ ist irritierend. Frauen muss man suchen.  An der Spitze steht Mechtild Schulze Hessing, die aktuelle Bürgermeisterin, die vor sechs Jahren rechtzeitig in die CDU eingetreten ist. Sie will es wieder werden. Ansonsten sind Frauen in der Kandidatenaufstellung kaum zu finden. Gerade einmal fünf können sich Chancen auf einen Stadtverordnetenstuhl im Rathaus ausrechnen. Sie machen bei den Direktmandaten damit lediglich ein Viertel der CDU-Mannschaft aus. In der Fraktionsspitze haben sie aktuell gar nichts zu suchen. Mal sehen, ob die CDU-Männer nach der Wahl ein Einsehen mit ihren Frauen haben. 

Kultkritik

Die Kritik am Konzept des "kult" in Vreden ist berechtigt. "Kult" sein bedeutet umgangssprachlich: bei einer bestimmten Anhängerschaft ein hohes Ansehen, Kultstatus erlangt haben und deshalb verehrt werden, beliebt sein: der Film, das Buch, die Band ist kult. Das Vredener "kult" ( k ultur  u nd  l ebendige t radition) ist nicht kult. Schon gar nicht lebendig. In Museen herumstehen ist öde. Der Besucher will mitgestalten. Moderne Museen haben sich von "Tempeln des ehrfürchtigen Staunens zu interaktiven Orten der Kommunikation" (Trend Update 11/2014) gewandelt. Die Präsentation der Exponate im Vredener "kult" entspricht in keinster Weise den Vorstellungen, wie man sie heute von einem modernen Museumskonzept hat. Die Borkener "FARB"-Gestalter haben hoffentlich nicht das "kult" zum Maßstab ihres Konzeptes gemacht.

The Wall

Seine Ausmaße sind gewaltig: 12 Meter hoch, 500 Meter lang, Lage: westlich der Bahnlinie. Entgegen anders lautender Behauptungen, ist "The Wall"  wahrscheinlich auch vom Mond aus mit bloßem Auge zu sehen.  Die Rede ist von Borkens Lärmschutzwall an der Wasserstiege.  Errichtet wurde er vor sieben Jahren, um das Phantom-Baugebiet "Wasserstiege" vom Gewerbegebiet Borken-Ost und vom Bahnhof abzuschirmen. Kostenpunkt: 1,5 Millionen Euro. Das Phantom-Baugebiet beschäftigt die Stadt Borken bereits seit 2004.  Schon im Juli 2010 wurde der Bebauungsplan BO 10 „Wasserstiege“ rechtsverbindlich.  Dieser setzte als Lärmschutzmaßnahme den Lärmschutzwall fest. Obwohl eine kurzfristige Erschließung des Baugebietes nicht geplant war, ließ die Stadt "The Wall" errichten, weil  "durch in der Realisierung befindliche Bauvorhaben ... die ungefähr für den Wall erforderlichen Bodenmassen in unmittelbarer Nähe auch zeitnah zur Verfügung stehen".  Während an der Chinesi

Borken macht weiter Pause

Und zwar beim Klimaschutz. Das Borkener Klimaschutzpapier wurde im Mai 2019 verabschiedet. Die Ratsparteien, Fridays for Future, alle möglichen Gruppierungen und Einzelpersonen hatten ihre CO2-Sparvorschläge für eine Klimaverbesserung vor-  und zum Teil auch eingebracht. Für die Umsetzumg wurde vor fünf Monaten ein sogenannter Klimaschutzmanager eingestellt: Dennis Zender. Zender nahm sich allerdings "Arbeitsschwerpunkte" vor, die nicht mit ihm abgesprochen waren. Das muss man sich in etwa so vorstellen: eine Schule stellt einen Lehrer für Mathe und Physik ein, der aber nur Kunst und Musik unterrichten möchte. Nach fünf Monaten kam ihm die Stadtspitze jetzt auf die Schliche.  Dennis Zender, der vermeintliche Klimamanager, wurde fristlos noch in der Probezeit gefeuert.  Damit macht der Klimaschutz in Borken weiter Pause. Ganz im Sinne der Christdemokraten Marius Kranenburg und Benjamin Böhr, die nicht beim Autofahren, sondern lieber beim Klimaschutz auf die Bremse treten wolle

Hartwig Wechselmann

Er hat es wieder getan. Der Borkener Stadtverordnete Hartwig Westermann hat wieder die Partei gewechselt. Es ist sein x-ter Wechsel innerhalb der Parteienlandschaft Borkens. Westermanns Parteihopper-Parole dabei lautet: der Wählerwille ist mir völlig egal. Jetzt wechselt er von der FDP, der er erst im Frühjahr 2018 zum Fraktionsstatus verholfen hatte, zu den Grünen. Bei denen war der Florist bis jetzt noch nicht. Den Corona-Sicherheitsabstand hatte Westermann zu seinem FDP-Fraktionskollegen Bastian Nitsche schon vor dem Ausbruch der Pandemie locker eingehalten. Man mochte sich nicht. Bastian Nitsche möchte die FDP-Fahne im Stadtrat auch nicht weiter hochhalten und geht zur UWG. Damit ist die FDP in Borken vorerst Geschichte. Beide erklären selbstverständlich, politisch passgenau gewechselt zu haben und sich auf eine gute Zusammenarbeit mit den neuen Parteifreunden zu freuen. Parteihopping ist sicher eine Folge der fehlenden Prozent-Hürde bei Kommunalwahlen.

Café Volksbank

Wo früher Schokotorte und Schweineohren über die Theke gingen, wird demnächst "VRanzi", die digitale Finanzassistentin der VR Bank, die Kunden bedienen.  Die Burloer Volksbankfiliale zieht um - ausgerechnet ins ehemalige Café Rosengarten. Damit hat die VR Bank alle Hoffnungen der Burloer zunichte gemacht, die auf eine Wiederbelebung des beliebten Cafés mit Außengastronomie gesetzt hatten. Im Bank-Sprech ausgedrückt: "Ohne Bewährtes aufzugeben, möchten wir auch zeitgemäße und zukunftsorientierte Technologien integrieren - angepasst an die Anforderungen der Kunden.“  So hört man wohl demnächst im Cafè Volksbank VRanzi -  angepasst an die Anforderungen der Kunden - sagen: "Für mich bitte ein Stück Käsekuchen und ein Kännchen Kaffee".

Supermarktkassiererin und Unternehmensberater

Corona trennt die Spreu vom Weizen.  Wir erkennen jetzt Berufe, die von gesellschaftlicher Bedeutung sind, systemrelevant wie man sagt, und solche, die es nicht sind. Zu den Stützen unserer Gesellschaft gehören zum Beispiel Ärzte, Laboranten, Kranken- und Altenpfleger, Polizisten, Feuerwehrleute, Mitarbeiter in Supermärkten, Bäcker, Handwerker und Lastwagenfahrer. Nicht dazu gehören Unternehmens- und Finanzberater. Von ihnen können wir nichts erwarten. Sie sind systemirrelevant. Hoffentlich erinnern wir uns nach der Coronakrise noch daran.

Platzfehler

Borkens Kirchplatz ist hier gleich zweimal zu sehen. Auf welchem Bild ist ein hoffentlich noch vermeidbarer Fehler zu entdecken? 

Kranke Gesundheitspolitik

Die Einführung der Fallpauschalen ab 2003 für Krankenhausbehandlungen hat zur Kommerzialisierung der Krankenhäuser geführt. Sie sollen Gewinne machen. Ergebnis: personelle Unterversorgung,  miserable hygienische Bedingungen, überlastete Ärzte und Pfleger, fehlende Intensivbettenkapazitäten. Die Patienten werden möglichst früh aus den Krankenhäusern entlassen („blutige Entlassung“). Deshalb steigt der Bedarf an nachstationären Rehaplätzen, die überwiegend von privaten Einrichtungen angeboten werden. Dass jetzt plötzlich Börse und Wirtschaft in der Coronakrise nach einem starken Staat und staatlichem Schutz eines Gesundheitssystems rufen, das seit Jahren auf Betreiben von Börse und Wirtschaft kaputtgespart wird, ist zynisch. Corona gibt uns die Chance, in der zukünftigen Gesundheits- bzw. Krankenhauspolitik wieder jene mehr in den Brennpunkt zu rücken, für die sie eigentlich gemacht werden sollte, die Patienten.  Eine ortsnahe Geburtshilfe ist aktive Daseinsvorsorge. Sie darf einer kühle

Kicker-EM absagen. Jetzt!

Die Fußball-EM findet nicht statt. Das wissen alle. Nur die Veranstalter nicht. - An allen geplanten Spielorten kann   nicht gespielt werden. - In praktisch allen    Nationalmannschaften wird es   infizierte Trainer und Spieler oder   Spieler und Trainer in Quarantäne   geben.  - Die letzten Qualifizierungsspiele   können nicht ausgetragen werden. - Die Ansteckungsgefahr steigt   dramatisch. Darum wird es nicht zur Austragung der EM kommen. Warum sagt uns das die UEFA nicht?  Deren Funktionäre brauchen noch Zeit. Sie prüfen derzeit den Bestand der Festgeldkonten. Die Frage ist: Reicht das Geld noch für Honorar- und Schmiergeldzahlungen?

Wer schreit hat Unrecht!

Die Pläne von Investor Stephan Schmidt für einen brachialen Neubau an der Remi-Kirche verhöhnen die Borkener Gestaltungssatzung von 1994, 2001 und 2007.   Dort heißt es:  "Ziel der gestalterischen Festsetzungen ist es, das Charakteristische des Stadtbildes zu bewahren; insbesondere die typischen baulichen Gestaltungsmerkmale zu erhalten oder wieder aufzunehmen und die Eigenart des Stadtbildes zukünftig zu sichern und zu fördern." Und weiter: "- Sollen bei Neu- und Umbaumaßnahmen zwei oder mehr Grundstücke zusammengefasst werden und architektonisch eine Einheit bilden, so müssen Fassadenabschnitte gebildet werden, dass die vorgegebene Parzellierung weiterhin in der Fassade ablesbar bleibt.  - Die Höhen der Gebäude sind auf die vorhandenen Höhen des Ensembles abzustimmen ..." Schleierhaft ist, wieso Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing sich von Anfang an für den von Architekt Manuel Thesing vorgelegten Entwurf "vehement" (BZ) eingeset

Borkener Rat unter Betreuung

Politiker aller Parteien beklagen aktuell die oft langwierigen  Baugenehmigungsverfahren.  In Borken wird es demnächst wohl noch länger dauern. Der Grund:  Auf Vorschlag der Verwaltung soll ein Gestaltungsbeirat (GBR) bestehend aus fünf Personen installiert werden, um für eine "externe Befruchtung" bei Bauprojekten zu sorgen. So wie es sich Frank Richter (CDU) im November 2018 gewünscht hat. Nachdem die Parkhausplanung in der Brinkstraße zum Rohrkrepierer wurde, will sich Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing bei zukünftigen Stadtbauprojekten Beistand von außen holen. Architekten, Stadtplaner, Künstler usw. sind aufgefordert, sich für die interessante und gutbezahlte Nebentätigkeit in Borken zu bewerben. Ihr Arbeitsauftrag: " Vorhaben von städtebaulicher Relevanz zu begutachten und Empfehlungen zu formulieren. Empfehlungen, die nicht nur gestalterische Gesichtspunkte betreffen, sondern in einem gesamtheitlichen Ansatz wirtschaftliche Interessen, ökologische Kriterien

Ein Kreuz für die AFD ist eins gegen die Demokratie

Die AfD will die liberale Demokratie abschaffen.  Björn Höcke hat die "Trockenlegung der Zivilgesellschaft" gefordert und politische Gegner als "geisteskrank" bezeichnet. So reden und handeln Nazis, wenn man sie nicht daran hindert. Wer heute noch AFD wählt, der kann für sich nicht in Anspruch nehmen, lediglich seinen Protest den etablierten Parteien gegenüber zum Ausdruck bringen zu wollen. AfD-Wähler wählen Faschisten. Wer wie die zentralen Figuren der AFD Auschwitz und die Judenverfolgung im Nationalsozialismus für einen Vogelschiss hält, macht sich schuldig an aktuellen Opfern rechter Gewalt.  Wer solche Parteien wählt, macht sich mitschuldig.

Kein Merz im März

Millionär Friedrich Merz, bis März Aufsichtsratschef der deutschen BlackRock, will Kanzler werden und wird daher für den CDU-Vorsitz kandidieren.  BlackRock, eine Fondgesellschaft, die weltweit mit Vermögen in Höhe von sechs Billionen US-Dollar zockt, agierte während der Finanzkrise auf Risiko und Kosten der Steuerzahler. Sie ist Großaktionär bei tausenden Unternehmungen weltweit und  mit weitem Abstand auch größter Einzelaktionär an den Unternehmen der Deutschen Börse (z.B. bei Vonovia mit über 8%). Welchen Beitrag zur Steuerhinterziehung Superreicher BlackRock geleistet hat, untersucht derzeit der Staatsanwalt.  Hat Merz die Lunte gerochen und will deshalb in die Politik zurück? Menschenfischer Merz will von der AFD Wähler zurückgewinnen. Ebenso wie die AFD hat er die völlig sinnlose Frage gestellt, auf welcher Rechtsgrundlage 2015 etwa eine Million Geflüchtete ins Land gelassen wurden. Das müsse geprüft werden, so Merz. Auch einen seiner alten Grusel-Vorschläge hat er im Gepäck. Die

Trari, trara, die Post ist weg

Trari, trara, der Postshop, der war da. Und zwar da, wo er nicht hingehörte. Die Hauptstelle der Borkener Post - sorry der Hauptpostshop - wird schon wieder geschlossen. Der Postagenturshop in der ehemaligen Hirschapotheke war für Borken von Anfang an ein Verlust. Ein Verlust an Aufenthaltsqualität um die Remi-Kirche herum. Das ständige An- und Abfahren der Postshoper brachte keine umsatzrelevante Kundenfrequenz in die Innenstadt, sondern störte nur und sorgte für reichlich Trara. Die Postagentur hätte an dieser Stelle der Stadt verhindert werden müssen.  Man musste kein Prophet sein, um weissagen zu können, dass mit noch so vielen Brötchentasten, Kurzzeitparkplätzen und dem vermehrten Einsatz von Knöllchenschreibern das Parkproblem nicht in den Griff zu bekommen sein würde.  Die anfängliche Freude von Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing über die rasche Nachnutzung der Hirsch-Apotheke schlug schon bald in Ratlosigkeit um. Denn die Schaffung zusätzlicher Parkbuchten auf dem neuen K

Borken steht

"Borken steht gut da," verkündete Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing auf dem Neujahrsempfang im Vennehof. Damit hat sie den Kommunalwahlkampf eröffnet. Denn positive Botschaften wollen die Wähler hören. Aber ist es nicht eher so, dass Borken steht.  Und zwar nicht nur zu bestimmten Zeiten an der Ausfahrt bei Kaufland - was alles andere als gut ist. In den letzten Jahren sind viele Entwicklungsprojekte im Rathaus vorgestellt worden: - Rathaus Erweiterung,   - Neubau Feuerwehrgebäude, - Neubau Remigius-Grundschule, - Umbau des alten Rathauses,  - Umbau Grundschule Burlo, - Quartiersentwicklung Brinkstraße,  - Entwicklung Mühlenviertel Kolks,  - Umbau Marktplatz,  - Burlos neue Mitte, - Hochwasserschutz, - 3. Ort, ... Realisiert wurde davon wenig. Schneckentempo gab's beim Umbau des alten Rathauses. Nach vier Jahren Bauzeit zeichnet sich für den ersten Bauabschnitt endlich die Fertigstellung ab. Der Blaupausenumbau der G

Krankenhauspolitik muss zum Arzt

Die deutsche Krankenhauspolitik ist krank. Die Einführung der Fallpauschalen ab 2003 für Krankenhausbehandlungen hat zur Kommerzialisierung der Krankenhäuser geführt. Sie sollen Gewinne machen. Ergebnis: personelle Unterversorgung,  miserable hygienische Bedingungen, überlastete Ärzte und Pfleger.  Die Patienten werden möglichst früh aus den Krankenhäusern entlassen („blutige Entlassung“). Deshalb steigt der Bedarf an nachstationären Rehaplätzen, die überwiegend von privaten Einrichtungen angeboten werden. Stimmen die "Fallzahlen" von Entbindenden in der Abteilung Geburtshilfe eines Krankenhauses nicht, dann wird über eine Zusammenlegung nachgedacht.  So soll die ortsnahe Geburtshilfe in Borken durch eine zentrale Geburtsmaschinerie in Bocholt ersetzt werden. Zielvorgabe: 1500 Geburten. Dann stimmt's auch mit den Gewinnen. Eine ortsnahe Geburtshilfe ist aktive Daseinsvorsorge. Sie darf einer kühlen Vor-Corona-Gewinnarithmetik nicht zum Opfer fallen. 

Heuschreckenbefall

Netgo und Deutsche Glasfaser sind Unternehmen der New Economy, die sich zum Standort Borken bekennen und eine rasante Entwicklung machen.  Hunderte von Mitarbeitern wurden in relativ kurzer Zeit eingestellt. Ein Borkener Jobwunder. Wer bei drei nicht auf den Bäumen ist, den holen sich Netgo (über 300 Mitarbeiter) oder Deutsche Glasfaser (über 700 Mitarbeiter), heißt es. Für das ungewöhnlich schnelle Wachstum der beiden Unternehmen wird viel Kapital benötigt. Kapital, das im Falle von Netgo von Waterland kommt. Deutsche Glasfaser holte es sich bei KKR (Kohlberg Kravis Roberts). Beides sind Private Equity-Investoren, früher auch schon mal als Heuschrecken bezeichnet. Private Equity-Investoren bauen die aufgekauften Unternehmen häufig um. Sie sollen schnell profitabeler werden. Nach einigen Jahren werden sie dann gewinnträchtig abgestoßen. Waterland rühmt sich, seit der Gründung 1999 mehr Gewinne als andere vergleichbare Investoren erwirtschaftet zu haben. Nach der Private Equity-Methode

Die Dekade des Grauens

Vor uns liegt die Dekade des Grauens.  Dramatische welt-, europa-, bundes-, gesellschafts-, kommunalpolitische, klimatische und kulturelle Veränderungen kennzeichnen die nächsten zehn Jahre. Postdemokraten wie Trump, Putin, Erdogan, Orban, Kaczyński bekommen Oberwasser. Sie stehen für einen Rückbau politischer Partizipation zugunsten einer lediglich demonstrierten Demokratie. Wahlen werden zu folgenlosen Veranstaltungen. Freie Meinung und Rechtsstaatlichkeit haben bei ihnen ausgedient. Alle aktuellen Krisen- und Konfliktherde überdauern die nächsten zehn Jahre. Ein Abschied von der Wachstumsideologie ist nicht in Sicht. Kriege versprechen doppelten Profit durch Zerstörung und Wiederaufbau.  Europas politischer Einfluss verkümmert. Eine einheitliche Linie ist in wichtigen Fragen (soziale Gerechtigkeit,  Klimaschutz,  Einwanderung, Nah-Ost-Konflikt) nicht mehr zu finden. China wird Großmacht. Die fertiggestellte neue Seidenstraße steigert unsere Abhängigkeit von China. In Deutschland ist