Natürlich ist es genau das, was die Borkener Innenstadt jetzt dringend braucht: noch mehr Leben hinter verschlossenen Türen. Nachdem Parteibüros und Maklerbüros bereits eindrucksvoll demonstrieren, wie man eine Geschäfts-A-Lage in eine Art dekoratives Stillleben verwandelt, soll nun also ein Englisch-Schulungsinstitut in den Pop-up-Store einziehen. Brilliant. Denn was belebt eine Einkaufsstraße mehr als Räume, in denen Menschen möglichst leise sitzen, Vokabeln lernen und anschließend wieder verschwinden? Laufkundschaft? Spontanes Stöbern? Schaufenster, die zum Reingehen einladen? Ach was – völlig überschätzt. Der eigentliche Charme liegt schließlich in den sogenannten „toten Schaufenstern“. Sie strahlen eine beruhigende Konstanz aus: Man weiß genau, dass dort nichts passiert. Keine neuen Produkte, keine spontanen Besucherströme, keine neugierigen Blicke. Einfach Ruhe. Dass ein Pop-up-Store ursprünglich dazu gedacht ist, kurzfristig kreative, wechselnde Einzelhandelsideen auszuprobieren...
Die Stadt Borken beabsichtigt für die Jahre 2027 und 2028, den Investor des Ärztehauses im Brinkquartier beim Bau eines Parkhauses finanziell zu unterstützen. In der mittelfristigen Finanzplanung sind dafür 2,5 Millionen Euro im aktuellen Haushaltsplan vorgesehen. Dies geschieht trotz der allgemein bekannten Tatsache, dass in Borken derzeit kein struktureller Mangel an Parkplätzen besteht. Profiteur: der Investor! Durch die geplante Förderung wird dem Investor des Gesundheitszentrums eine Aufgabe abgenommen, die üblicherweise Teil der eigenen Projektkalkulation ist, nämlich die Bereitstellung von Stellplätzen für Beschäftigte und Patientinnen und Patienten. Die Stadt fördert ein Parkhaus im Brinkquartier – nicht wegen Parkplatzmangels, sondern weil der Investor sein Ärztehaus offenbar ungern selbst finanzieren möchte.