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Bauer Börger und die Bierdeckel

Hubert Börger, Kürbiszüchter, Großbauer und CDU-Größe aus Weseke, hat sich als Fan von Friedrich Merz geoutet. Für ihn ist er die ideale Besetzung für CDU-Vorsitz und Kanzleramt. Börger mag an Merz dessen rhetorische Fähigkeit, komplizierte Themen populistisch zu vereinfachen.  Dem Weseker hat es besonders Merz' Grusel-Vorschlag zur Steuerreform angetan. Dessen Vereinfachungsidee von 2003: Die Steuererklärung müsse auf einen Bierdeckel passen.  So soll sich Hubert Börger nach dem Ende der Pandemie bereits vorgenommen haben, den Weseker Kneipen wieder häufiger einen Besuch abzustatten, um an die dort erhältlichen Formulare für seine Steuererklärung zu kommen. Damals wurde gemutmaßt, dass für eine Steuererklärung nach dem Merzschen Vorschlag wohl eine Kiste Bier als Steuerberater nötig sei.  Die hat Hubert Börger ganz sicher irgendwo stehen.
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Ein Kreisel in der Sackgasse

Für den Kreisel auf der Heidener Straße hat die Stadt 2019 einen "Bürger-machen-einen-Vorschlag-für-die Kreisverkehrsgestaltung-Wettbewerb" ausgeschrieben.  In die Endrunde schafften es die Vorschläge "Europawürfel", "Grundrechtssäulen" und, besonders originell, "Borkener Türme". Bisher hat sich der Stadtrat um die endgültige Entscheidung für einen der Vorschläge gedrückt. Wohl auch, weil sie nicht restlos überzeugen können. Eigentlich sollte einer der eingereichten Beiträge angenommen und belohnt werden. Ob es dazu noch kommt?  Preisgekrönte Entwürfe aus Gestaltungwettbewerben sind in Borken nur selten realisiert worden. Das hat Tradition und sollte daher niemanden beunruhigen. So gab es zahlreiche Architektenentwürfe für den Marktplatz.  Die Gewinner nahmen das Preisgeld und das Versprechen mit, ihre Vorschläge in der Schublade verschwinden zu lassen. Ähnlich verhielt es sich beim Gestaltungswettbewerb für das ehemalige Bierbaumgelände.  Der St

MKQ und ISW

MKQ und ISW kommen im Song "Mit freundlichen Grüßen" der Fanta-Vier als Abkürzungen nicht vor. MKQ steht für Meier, Kohlruss, Quernhorst, ein Architekten-Büro aus Rhede, in dem Günter Kohlruss zur Geschäftsleitung gehört. ISW steht für ISW Ingenieur Sozietät GmbH. Ein Planungsbüro überwiegend für Tiefbauleistungen, in dem Frank Richter das Sagen hat. Richter und Kohlruss sind die CDU-Stadtrats-Vorderen in Borken. Beide natürlich im Bauausschuss aktiv. Bemerkenswert: 2012 trat Günter Kohlruss nach lediglich drei Jahren als Vorsitzender des Bauausschusses zurück. Begründung: Sein Architekturbüro war bei der Abgabe von Vorschlägen für einen Rathausanbau nicht berücksichtigt worden. Jetzt, 2020, sieht man Kohlruss für MKQ auf dem Foto der BZ an der Schippe beim ersten Spatenstich für die Rathauserweiterung.  Hat doch noch geklappt. Honi soit qui mal y pense.

Wir gönnen uns ja sonst auch alles

Getreu dem Motto "Was kostet die Welt, wir gönnen uns ja sonst auch alles" genehmigt sich TuS Velen einen neuen Sprecherturm auf der Sportanlage. Dafür erhält der Verein einen Zuschuss aus dem NRW Programm „Moderne Sportstätte 2022“.   27.000 Euro Zuschussgeld wollen sie dafür verbraten. Willi Lindinger, Vorsitzender des Vereins, dazu. „Der alte Sprecherturm war schon abgesackt, er war unterwühlt und verfault. Den haben wir vor ein paar Jahren abgebaut“. Dabei hätte es bleiben sollen. Das unsinnigste Bauwerk auf einem Sportplatz ist ein Sprecherturm. Zeitgemäß ist er schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Drahtlostechnik macht ihn überflüssig. Darum hätte er auch nie durch ein Zuschussprogramm, welches sich "Moderne Sportstätte 2022" nennt, gefördert werden dürfen. Zahlreiche Vereine im Kreis Borken hätten das Geld sicher für sinnvollere und zukunftsfähigere Projekte gebrauchen können.

Deutsche Bank Geld gibt's jetzt bei Aldi

Der Geldautomat der Deutschen Bank Filiale ist am 3. November gesprengt worden. Bis heute ist die Bank geschlossen. Bei der Sprengung scheint mehr als nur der Automat kaputt gegangen zu sein.  Auf einem eilig mit der Hand geschriebenen, übersichtlich strukturierten DIN A4-Blatt als Aushang teilen die Bankangestellten den wahrscheinlich staunenden Kunden mit, dass sie vorerst ihr Geld bei Aldi abholen sollen. Frage der Aldi-Kassiererin vor der Bardgeldauszahlung: "Sind Sie pleite oder bei der Deutschen Bank?"

Profitgeburten

"Gesundheit ist kein wirtschaftliches Gut und kein industrielles Produkt, das man herstellen kann wie ein Auto oder einen Computer. Das Ziel, damit Gewinne zu machen, ist grundfalsch", sagt Dr. Umes Arunagirinathan, von Beruf Herzchirurg, in seinem Buch "Der verlorene Patient".  Eigentlich müsse der Mensch im Mittelpunkt stehen. Dr. Arunagirinathan prangert vor allem zunehmendes Profitstreben an, das nach seiner Auffassung im Medizinbetrieb nichts zu suchen hat. Die Einführung der Fallpauschalen ab 2003 für Krankenhausbehandlungen hat zur Kommerzialisierung der Krankenhäuser geführt. Ergebnis: personelle Unterversorgung,  miserable hygienische Bedingungen und überlastete Ärzte und Pfleger. Geburtsstationen sind nicht profitabel zu betreiben. Sie werden daher entsprechend der Vorgaben zur Gewinnorientierung wenn möglich quersubventioniert, ansonsten geschlossen. Eine ortsnahe Geburtshilfe ist aber aktive Daseinsvorsorge. Sie darf einer kühlen Gewinnarithmetik nicht

König für Röring

Wer wird der nächste CDU-Bundestagskandidat für den Kreis Borken? Zur Wahl stehen aktuell Anne König aus Borken und Johannes Röring aus Vreden. Röring sitzt seit 2005 im Bundestag. Einen Namen hat es sich dort besonders als Großverdiener mit Nebenjobs gemacht. So erzielte er 2013-2016 Nebeneinkünfte in Höhe von etwa zwei Millionen Euro und lag damit an zweiter Stelle unter den Bundestagsabgeordneten mit den höchsten Bruttobezügen in diesem Zeitraum.  Für seine Abgeordnetentätigkeit kann Röring getrost auf Lobbyisten verzichten. Er ist sein eigener Lobbyist.  Den Überblick über seine zahlreichen Nebentätigkeiten im Agrarbereich verliert Röring schon mal. So berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass   das Bundestagspräsidium offiziell einen Verstoß Rörings gegen Verhaltensregeln des Bundestags festgestellt habe. Trotz Ermahnung habe er Nebeneinkünfte aus der Agrarbranche nicht rechtzeitig angegeben. Es ging um Tätigkeiten bei der Landwirtschaftsverlag GmbH und der Deutsche Genossenschafts