Die Stadt Borken hat heute bekanntgegeben, dass das Großprojekt „Brinkerhof" an der Brinkstraße grundlegend neu ausgerichtet wird. Statt der geplanten Arztpraxen und hochpreisigen Eigentumswohnungen sollen nun 80 Einheiten bezahlbarer Mietwohnungen entstehen. Investor „Flexi" habe sich, so die offizielle Mitteilung, „nach intensiven Gesprächen mit der Stadt" bereit erklärt, auf seine ursprünglichen Renditeerwartungen zu verzichten. Die CDU-Fraktion erklärte, man habe „die Zeichen der Zeit erkannt". Bürgermeisterin Mechtild Schulze-Hessing sprach von einem „historischen Tag für den sozialen Wohnungsbau in Borken". Auch auf die zusätzlichen 312 Parkplätze wird verzichtet. Der Verkehr auf der Brinkstraße, bisher ein erklärtes Nadelöhr der Innenstadt, soll durch ein neues Mobilitätskonzept entlastet werden. Die Mieterinnen und Mieter, die für das ursprüngliche Projekt ihre Wohnungen verlassen mussten, werden als Erste berücksichtigt. Die 2,5 Millionen Euro, die de...
Natürlich ist es genau das, was die Borkener Innenstadt jetzt dringend braucht: noch mehr Leben hinter verschlossenen Türen. Nachdem Parteibüros und Maklerbüros bereits eindrucksvoll demonstrieren, wie man eine Geschäfts-A-Lage in eine Art dekoratives Stillleben verwandelt, soll nun also ein Englisch-Schulungsinstitut in den Pop-up-Store einziehen. Brilliant. Denn was belebt eine Einkaufsstraße mehr als Räume, in denen Menschen möglichst leise sitzen, Vokabeln lernen und anschließend wieder verschwinden? Laufkundschaft? Spontanes Stöbern? Schaufenster, die zum Reingehen einladen? Ach was – völlig überschätzt. Der eigentliche Charme liegt schließlich in den sogenannten „toten Schaufenstern“. Sie strahlen eine beruhigende Konstanz aus: Man weiß genau, dass dort nichts passiert. Keine neuen Produkte, keine spontanen Besucherströme, keine neugierigen Blicke. Einfach Ruhe. Dass ein Pop-up-Store ursprünglich dazu gedacht ist, kurzfristig kreative, wechselnde Einzelhandelsideen auszuprobieren...