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Ackerland nicht mehr in Bauernhand

Im Kreis Borken kostet ein Hektar Ackerland 100.000 Euro. Die meisten Bauern können sich das nicht mehr leisten. 

Ackerland ist zum Spekulationsobjekt verkommen, weil das knappe Gut Boden gute Renditen verspricht.

Große Agrarholdings, hinter denen auch Konzerne wie Aldi und REWE stehen, und ausländische Hedgefonds kassieren jährlich EU-Agrarsubventionen in Millionenhöhe. 

Eine Modellrechnung: Ein Investor nimmt für den Erwerb von 1000 Hektar Land die Kaufsumme per Kredit auf, anhand des Durchschnittspreises wären das 24 Millionen Euro.

Bei zehnjähriger Laufzeit und einem Zins von 0,85 Prozent kostet ihn der Kredit jährlich 204.000 Euro. Von der EU gibt es für einen 1000-Hektar-Betrieb in Deutschland durchschnittlich 281.000 Euro an Subventionen. Die Förderung deckt damit schon die gesamte Finanzierung. (Handelsblatt 22.08.2019)

Außerlandwirtschaftlichen Investoren gehören schon jetzt 60 Prozent des Ackerlandes.

Zum Ausverkauf von Ackerflächen hat wesentlich auch die Entwicklung von der Land- zur Energiewirtschaft beigetragen. 

Energiewirte wie Biogasanlagenbetreiber CDU-MdB Johannes Röring aus Vreden sind für steigende Ackerpreise mitverantwortlich.

In Rörings Zeit als westfälisch-lippischer Bauernpräsident hat sich der Bodenpreis in NRW nahezu verdoppelt.

Für seine Gasanlage benötigt Röring vor allem Mais, den er auf noch so teuren Flächen anbauen lassen kann. Schließlich wird seine Stromerzeugung staatlich subventioniert.

Übrigens schlimm, dass konventionell produzierende Bauern die hohen Bodenpreise besonders deshalb beklagen, weil "es ihnen nicht mehr gelingt, neue Flächen zum Beispiel für das Ausbringen der Gülle zu finden (BZ 30.4.21). Gutes Ackerland wird in der konventionellen Landwirtschaft offenbar lediglich als Gülledeponie missbraucht. 

Löblich ist das mutige Umsteigen von Landwirten auf die Herstellung von Bioprodukten, gerade in diesen Zeiten. Wie es zum Beispiel der Velener Stefan Potthoff macht, dessen Kühe noch auf die Weide dürfen. (BZ 1.5.21)

Röring, der im Mai erneut als Kandidat für den Bundestag im Kreis Borken nominiert werden möchte, will sich seinen Einfluss auf die für ihn günstige Agrarpolitik natürlich sichern.

Hoffentlich durchschauen das insbesondere die Landwirte unter den CDU-Mitgliedern.

Wie heißt es bei Brecht: "Nur die dümmsten Kälber ..."

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