Direkt zum Hauptbereich

Untergang der Religionswelten kein Weltuntergang

Was lange währt, wird endlich gut. Eigentlich. Gott hat für die Erschaffung der Welt wahrscheinlich sechs Tage gebraucht. Für die Erschaffung der Gemener Religionswelten (was immer darunter zu verstehen ist) als bezuschusstes Regionaleprojekt benötigt der Borkener Stadtrat schon Jahre. 

Jetzt sind sie dem Untergang geweiht. Das milliardenschwere Bistum Münster als Eigentümer der Gemener Freiheit hat kein Interesse an einer Realisierung des Projekts, schon gar nicht auf eigene Kosten oder mit Kostenbeteiligung. Das Geld des Bistums ist auf Banken und bei Fondsgesellschaften besser aufgehoben. Der städtische Zuschuss trotz Regionalförderung würde sich wohl auf mindestens zwei bis drei Millionen € belaufen müssen. Die Folgekosten für Personal und Unterhaltung hätten Unsummen verschlungen.

Damit steht das Gemener Lieblingsprojekt unserer Bürgermeisterin Frau Schulze Hessing vor dem Aus. 

Die Gemener behalten die Freiheit, sich weiter konstruktive Gedanken über die zukünftige Nutzung der Freiheit zu machen, ohne dafür mit der Unterstützung des Bistums rechnen zu können. 

Die Stadt kann sich wieder ihrer eigentlichen Aufgabe, nämlich der Daseinsvorsorge und weniger der Jenseitsvorsorge widmen. 

Allerdings: Für das Seelenheil der Stadtmütter und Stadtväter ist damit noch nichts getan. Mal sehen, was da noch kommt.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Demokratische Fairness à la CDU

Die Entscheidung der Borkener CDU, trotz fehlender Mehrheit im Stadtrat alle stellvertretenden Bürgermeisterposten für sich zu beanspruchen, wirkt politisch fragwürdig und wirft erhebliche Fragen zur demokratischen Fairness auf. In einem kommunalen Gremium, das den Willen der Bürgerinnen und Bürger abbilden soll, ist die Verteilung von repräsentativen Ämtern normalerweise ein Ausdruck von Kooperation, Respekt vor dem Wählerwillen und Bereitschaft zur Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg.  Zudem unterläuft ein solches Verhalten die Grundidee der repräsentativen Vielfalt im Stadtrat. Die stellvertretenden Bürgermeisterämter sind nicht nur repräsentative Ehrenfunktionen, sondern auch Ausdruck dafür, dass unterschiedliche politische Strömungen in der Stadtgesellschaft sichtbar bleiben. Wenn diese Ämter einseitig vergeben werden, wird diese Vielfalt unsichtbar gemacht. Es entsteht ein politisches Ungleichgewicht, das zwar formal (Verteilung nach D'Hondt) korrekt, aber demokratisch k...

Sie kommen als Feinde

Bei der Generaldebatte im Bundestag legte die AfD-Chefin Alice Weidel in ihrer affektierten Art einen gespenstischen Auftritt hin.  Das von ihr "vorgestellte" 12 Punkte AfD-Programm kurz zusammengefasst: Energiewende stoppen, Rückkehr zur Atomenergie, Erdgas und Erdöl aus Russland, Deutschland den Deutschen, Ausgabenkürzungen, Steuersenkungen für Reiche. "Wer das umsetzte, würde aus der drittgrößten Volkswirtschaft dieser Erde einen russischen Juniorpartner machen, von unten nach oben umverteilen und künftigen Generationen schier unlösbare Probleme hinterlassen. Die AfD ist eine Partei, die in diesem demokratisch und republikanisch verfassten Deutschland keine exekutive Rolle spielen kann. Sie hat keine Inhalte, keine Konzepte, sie ist im klassischen Sinne: nicht regierungsfähig". (Spon) Wer AfD wählt, ist kein harmloser Protestwähler. Er oder sie legt die Axt an unsere liberale Demokratie. Wie man die " Dummheit der Demokratie " für eigene Zwecke nutzt, d...

Probleme im Pop-Up-Store

Natürlich ist es genau das, was die Borkener Innenstadt jetzt dringend braucht: noch mehr Leben hinter verschlossenen Türen. Nachdem Parteibüros und Maklerbüros bereits eindrucksvoll demonstrieren, wie man eine Geschäfts-A-Lage in eine Art dekoratives Stillleben verwandelt, soll nun also ein Englisch-Schulungsinstitut in den Pop-up-Store einziehen. Brilliant. Denn was belebt eine Einkaufsstraße mehr als Räume, in denen Menschen möglichst leise sitzen, Vokabeln lernen und anschließend wieder verschwinden? Laufkundschaft? Spontanes Stöbern? Schaufenster, die zum Reingehen einladen? Ach was – völlig überschätzt. Der eigentliche Charme liegt schließlich in den sogenannten „toten Schaufenstern“. Sie strahlen eine beruhigende Konstanz aus: Man weiß genau, dass dort nichts passiert. Keine neuen Produkte, keine spontanen Besucherströme, keine neugierigen Blicke. Einfach Ruhe. Dass ein Pop-up-Store ursprünglich dazu gedacht ist, kurzfristig kreative, wechselnde Einzelhandelsideen auszuprobieren...