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Treppenwitz

Borken hat zwar keinen Flughafen, der nicht fertig wird, aber ein altes Rathaus, das gefühlt seit ewiger Zeit umgebaut wird. Jetzt muss die gerade fertiggestellte Treppenanlage wieder entfernt werden. Das Podest der Zugangstreppe lässt die Säulen des Bogengangs praktisch verschwinden. Wieso dies niemandem von der ausführenden Firma oder der städtischen Bauverwaltung rechtzeitig aufgefallen ist, macht ratlos. Offenbar musste erst ein aufmerksamer Passant den Verantwortlichen den entscheidenden Hinweis dazu geben. Aus der schlichten Borkener Version dorischer Säulen sind aktuell schlicht-dorische Stumpen geworden. Über die Kosten des Rückbaus schweigt sich die Verwaltung aus. Bisher hält sich die Stadt mit Äußerungen zum Rathausprojekt sowieso sehr bedeckt. Ob man schon ahnt, dass es nach Fertigstellung "irgendwann in 2019",  wie Pressesprecher Markus Lask inzwischen auf entsprechende Fragen genervt verkünde...

Haltet den Dieb ... nicht

Was passiert mit einem in Borken quasi auf frischer Tat erwischten Dieb im Erwachsenenalter, dem man glaubt, Einbruchsdiebstahl in etwa 90 Fällen nachweisen zu können? Genau: er wird auf freien Fuß gesetzt. Während die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft fordert, sieht der Richter dafür keinen Anlass. Also Feststellung der Personalien und ab durch die Mitte. Man fragt sich unweigerlich, was macht das mit dem Einbrecher? Was lernt er daraus? Er hat jetzt bis zur Verhandlung genügend Zeit, Beweise zu den ihm bisher nicht nachgewiesenen Einbrüchen zu beseitigen. Schnell Großreinemachen zu Hause und ab mit den geklauten Sachen zum Hehler. Der Karriere muss das keinen Abbruch tun. Dafür wird der Richter schon sorgen.

Thesings Town

Professor Manuel Thesing aus Heiden hat einen Plan. Er will die Borkener City städtebaulich seinen Vorstellungen entsprechend umgestalten. Dabei sind Sandstein und Kastenbauweise die Stilmittel des Architekten (Verlagsgebäude Mergelsberg, Kettelhack-Karree, Cohausz). Jetzt plant er für den Verleger der Borkener Zeitung ein brachiales Gebäude in der Kapuzinerstraße/Ecke Remigiusstraße. Na klar, Kastenbau in Sandsteinoptik. Und weil ein solcher Bau dort überhaupt nicht hinpasst, schlägt er vor, den Bebauungsplan so zu ändern, dass auch der Bestand sich seinen plumpen architektonischen Vorstellungen anschließen kann. Den Umbau würde er natürlich gerne übernehmen. An den Beton-Bausünden der 70er Jahre haben wir alle noch zu knacken. Für die 2010er Jahre zeichnen sich bereits neue Bausünden ab. Kastenbauten, die an Legebatterien erinnern. Für die Haltung von Hühnern wurden die verboten.

Borken ärmer gemacht

Wie Mäckafritze aus dem Umfeld des Stadtpressesprechers Markus Lask erfuhr, habe BM' Mechtild Schulze Hessing kürzlich in der Vorstandsrunde die Frage gestellt: "Warum haben wir nochmal über zehn Millionen Euro in den Ausbau der Bahnhofstraße und den Kreisverkehr an der Heidener Straße gesteckt?" Keine Antwort. Also gab es ein Verwaltungsvorstands - Brainstorming nach der Methode 3-5-2. Jürgen Kuhlmann, Technischer Beigeordneter, gab nach fünf Minuten einen leeren Zettel ab. Norbert Nießing, Erster Beigeordneter, hatte zwei Begründungen parat. Er schrieb: Lkw können schneller in die Innenstadt und - ganz witzig - die Ahauser Straße wird entlastet. Darauf Schulze Hessing: " Warum spürt man davon so gar nichts?" Die einfache Antwort: Eine Entlastungswirkung für die Ahauser Straße haben alle Gutachten schon vor Umbaubeginn des Bahnhofsareals ausgeschlossen. Die Ahauser Straße kann durch die Bahnhofst...

(Spar)Kasse machen

Wer in einer Sparkasse Vorstandsarbeit macht, macht vor allem eins: Kasse. „Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin“, sagte Peer Steinbrück schon vor einigen Jahren. Das sind aktuell etwa 300.000 Euro. Mit über 400.000 Euro Vorstandssalär für ein einfaches Vorstandsmitglied wie es Dr. Raoul Wild ist, liegt die Sparkasse Westmünsterland deutlich darüber. Bonuszahlungen nicht mitgerechnet. Das Gehalt einer Kundenberaterin unserer Sparkasse kann da nicht mithalten. Dr. Wild bekommt bis zu zwanzigmal mehr. Jetzt, nach seiner Quasientlassung, sogar fürs Nichtstun. Sein Pensionsanspruch zusätzlich: über 3,5 Mio. Für einige Marbecker könnte die Nachricht so etwas wie eine späte Genugtuung sein. Immerhin ist Dr. Wild im Vorstand für die Privatkundenbetreuung zuständig gewesen und war damit maßgeblich für die Schließung der Marbecker  Sparkas...

Borkener Ökopopulismus

Im Wettlauf der Klimaschutzaktivisten um die Themenvorherrschaft im Borkener Rathaus hat die UWG einen Sprintstreckensieg errungen. So gerade noch vor den Grünen haben sie es geschafft, die aktuell populäre Forderung nach dem Ausrufen des Klimanotstandes öffentlich zu verkünden. (Öko-)Populist ist, wer versucht, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Wähler zu gewinnen. Die Unabhängigen, bisher nicht gerade als die Borkener Umweltpartei bekannt, müssen jetzt grüne Farbe bekennen. Gelegenheiten dazu wird es sicher geben. Mal sehen! Bekanntlich sind Sprinter fast immer miserable Langstreckenläufer.

Habeck for Kanzler

Die Grünen liegen in den Umfragen aktuell vor der Union. Das Klimaschutzthema überlagert alles. Sichere Energieversorgung, soziale Aspekte und Zusammenhalt in der Gesellschaft spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Deutschland soll nach dem Willen der Grünen und ihrer sie treibenden Aktivistenfreunde von der "Fridays for Future"-Bewegung schnellstmöglich Ergebnisse beim Klimaschutz vorweisen. Basta. Klar ist, die Ankündigungspolitk der GroKo hat zu keiner nennenswerten Reduzierung von Umweltbelastungen geführt. Nach dem überragenden Wahlerfolg der Grünen bei der Europawahl gab sich Robert Habeck aber seltsam demütig. Ob ihm bewusst geworden ist, dass selbst ein Kanzler Habeck, angewiesen auf einen Koalitionspartner, das klimapolitische Steuer nicht von heute auf morgen wird herumreißen können? Extrempositionen zu besetzen und daraus Forderungen zu formulieren ist verglichen mit der Regierungsarbeit in einer Demokratie z...

Das Jahr des Schweins

Die Chinesen haben am 5. Februar das Jahr des Schweins begrüßt. Warum, das wissen jetzt auch die münsterländischen Schweinebauern. Ihr Fleisch findet in China nämlich derzeit reißenden Absatz. Schweinefleisch, das mit EU-Fördermitteln aus Steuergeldern für Europäer hergestellt worden ist. Die Chinesen bekommen das Fleisch, uns bleibt die Gülle und die Preisexplosion.

Prima Klima in Borken?

Das Borkener Klimaschutzpapier ist verabschiedet. Die Ratsparteien, Fridays for Future, alle möglichen Gruppierungen und Einzelpersonen haben ihre CO2-Sparvorschläge für eine Klimaverbesserung vor-  und zum Teil auch eingebracht. Erstmal tut sich aber nichts. Gesucht wird ein Klimaschutzmanager. Einer, der weiß wie es geht. Der weiß, wie man Klimaschutz unter die Leute bringt. Klimaschutz in Borken macht also erstmal Pause. Ganz im Sinne der Jungchristdemokraten Marius Kranenburg und Benjamin Böhr, die nicht beim Autofahren, sondern lieber beim Klimaschutz auf die Bremse treten wollen. Ohne Klimaschutzmanagement wird wohl auch die Wintereisbahn vorerst nicht auf der Streichliste stehen. Immerhin verbrauchen ihre Kühlaggregate 75.000 kWh. Macht etwas mehr als 36 t CO2 extra fürs überaus spaßige Eisschliddern. Welche Events könnten/sollten dem Klimaschutzziel der Stadt geschuldet zukünftig noch gestrichen werden? Die...