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Die Rattenfänger von Bocholt

Borkener Kinder sollen demnächst in Bocholt geboren werden. So will es die Geschäftsleitung des Klinikums Westmünsterland. Späte Rache der Bocholter?  Kreisstadt sind sie 1975 nicht geworden, jetzt nehmen sie uns den Kreißsaal. Begründung: Bocholt ist größer und hat daher mehr Geburten. Kinder könnten dort wirtschaftlicher geboren werden. Mit der Begründung müssten demnächst alle Babys in der Berliner Charité das Licht der Welt erblicken. Die Antwort auf die völlig unverantwortliche Klinikplanung kann nur lauten: Nein, unsere Kinder geben wir euch nicht. Zu einer Aufgabe der Entbindungsstation am Borkener Krankenhaus darf es nicht kommen. Eine Klinikpolitik, die sich nicht am Menschen, sondern am Stand des Festgeldkontos orientiert, ist gewissenlos.

BER = Borkens ehemaliges Rathaus

Borken hat zwar keinen Flughafen, der nicht fertig wird, aber ein altes Rathaus, das gefühlt seit ewiger Zeit umgebaut wird. Und: Ein Ende ist nicht in Sicht. Die gerade fertiggestellte Treppenanlage vor dem Gebäude musste wieder entfernt werden. Durch eine Fehlplanung ließ das Podest der Zugangstreppe die Säulen des Bogengangs praktisch verschwinden. Kosten des Rückbaus: 154.000 Euro. Den Baubeschluss für den ersten Bauabschnitt (ehemaliges Rathaus) mit Kosten in Höhe von über 5 Millionen fasste der Stadtrat bereits im Dezember 2015. Baubeginn: Anfang 2016. Fertigstellung: irgendwann 2020. Wer sich in dem Gebäude umsieht, wird feststellen, dass sich nicht viel verändert hat. Die Nutzfläche ist gleich geblieben, lediglich der Zuschnitt einiger Räume ist anders. Einen Zugewinn an Quadratmetern hat man nicht. Der geplante Kostenansatz von 5 Millionen Euro wird sich übrigens noch um über 500.000 Euro erhöhen - wohl auch wegen der langen Umbauphase.  Plus 154.000 Euro für d...

Senioren in Borken im Abseits

Viele Städte haben politisch agierende Seniorenbeiräte. Borken hat keinen, lädt stattdessen zu Seniorenforen ein. Hauptsache unpolitisch. Die Denke dabei: Senioren sind Mümmelgreise, die man sich ab und zu mal ins Rathaus holt, um ihre  Lebensängste zu verringern. Thema diesmal: "Fitness im Alter - Körper und Geist." Senioren mit 60/70 stehen heutzutage noch mitten im Leben und wollen Einfluss nehmen. Vor allem auch politisch. Wie steht es um die Mobilität der älteren Menschen, wie um deren medizinische Versorgung, wie um soziale Kontaktmöglichkeiten, welche Wohnformen sind in Borken zu realisieren, gibt es genügend barrierefreie Wohnungen, wie steht es um die Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs in den Ortsteilen? Alles Fragen, mit denen sich ein Seniorenbeirat beschäftigen würde.  In Borken weiterhin nicht.

Voll in die Eisen

Die überwiegende Mehrheit der  Bundestagsabgeordneten geht gegen alle Vernunft bei der Einführung eines Tempolimits voll in die Eisen. Der entsprechende Antrag der Grünen wird mit 126 zu 498 der Stimmen ausgebremst. Wer jetzt noch an einen ernsthaften Willen der Politik zur Klimaverbesserung glaubt, glaubt auch an eine deutsche Meisterschaft der Dortmunder in diesem Jahr. Und die Sozialdemokraten haben erneut gegen ihren eigenen Parteitagsbeschluss von 2007 gestimmt, der Tempo 130 auf Autobahnen fordert. (Geht man von etwa 2,5 Millionen Tonnen CO2 Einsparung pro Jahr durch ein Tempolimit aus, dann hätten bis heute 30 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden können.) In ganz Europa gibt es nur eine einzige weitere Region, in der kein Tempolimit besteht: die britische Insel Isle of Man.  Nach wie vor vollkommen  ohne Tempolimit sind die indischen Bundesstaaten Vanuatu, Pradesh und Uttar sowie Nepal, Myanmar, Burundi, Bhutan, Afghanistan, Nordkorea, Haiti, Mauretanien, S...

AFD im Anmarsch auf Borken

Die AfD will bei den Kommunalwahlen im nächsten Jahr in Borken antreten. Neun stramme Kameraden haben sich jetzt getroffen und einen Gemeindeverband gegründet, der die Teilnahme an der Borkener Kommunalwahl betreiben soll. Alternative kommunalpolitische Themen haben die Deutschalternativen natürlich auch schon. Und zwar alles, was in den thematischen Giftschrank ernstzunehmender Kommunalpolitiker gehört, denen die Zukunft unserer Zivilisation und der Natur Sorgen bereitet. - Mehr Parkplätze in der Innenstadt; - Mehr Individualverkehr; - Mehr Fleischkonsum; - Weniger Naturschutz am Fliegerberg. Das AfD-Wahlkampfmotto wird demnach wohl lauten: "So leben wir, so leben wir, so leben wir alle Tage". Eine Abgrenzung zum Flügel des rechtsaußen Höcke, der nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Meiningen als Faschist bezeichnet werden darf, halten die Borkener AfD-Kameraden nicht für sinnvoll. Mit Thesen zur "ungesunden Volksdurchmischung...

600 PS Fehlzündung

Bei Wiesmann in Dülmen werden wieder Autos gebaut.  Achtzylindergeschosse mit mehr als 600 PS. Spritverbrauch: bei Vollgas über 20 Liter. Die Berry-Brüder aus Great Britain, Eigentümer der Dülmener Autoschmiede, wollen eine Marktlücke schließen: mehr dicke PS-Boliden für mehr reiche Kundschaft. Eine Kundschaft, die mit ihren Autos auf deutschen Autobahnen nach Belieben rasen kann. Auch  Lichtgeschwindigkeit wäre nicht verboten. Die "Fridays for Future"-Demos gehen den Britischen Automachern ganz offensichtlich am A... vorbei. In der Autobranche können einige den unüberhörbaren Öko-Knall offenbar nicht richtig einordnen.  Sie halten ihn wohl für eine Fehlzündung.

FARB-Gestaltung

In Museen herumstehen ist öde. Der Besucher will aktiv sein. Daher wandeln sich Museen von "Tempeln des ehrfürchtigen Staunens zu interaktiven Orten der Kommunikation". (Trend Update 11/2014) Deshalb darf FARB nicht wie "kult" sein. Die Präsentation der Exponate im Vredener "kult" entspricht nämlich in keinster Weise den Vorstellungen, wie man sie heute von einem modernen Museumskonzept hat. Deshalb nehmen sich die Borkener "FARB"-Gestalter hoffentlich kein Beispiel am "kult".

Greta segelt

Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg segelt nach Amerika. Schönes Bild: Wir sehen Greta nach 14-tägigem Segeltörn ziemlich blass mit windzerzaustem Haar bei der Einfahrt in den Hafen. Sich an der Bugreling des Rennseglers festhaltend, sind ihre schmalen Augen fest auf die Skyline von New York gerichtet. Die 16-jährige "Klimagöttin" (Der Spiegel) hat einen selbstgestellten Auftrag zu erfüllen. Sie will/muss den Menschen in den USA die Folgen des Klimawandels erklären. Trump will davon ja nichts wissen. Sie reist CO2-neutral mit dem Segelboot eines deutschen Millionärs von Plymouth aus an. Ist das vorbildlich oder völliger Quatsch? Ob man sich bei der Meyer Werft in Papenburg schon die Birne martert, wie man Segel auf die verdammten Kreuzfahrtungetüme bekommt? Gretas Handeln negiert Aspekte der realen Welt. Reisen über die Weltmeere auf Windjammern ist für normale Menschen auch zukünftig nicht vorstellbar. Sie h...

Kein Fleisch dran

Schalke Boss Clemens Tönnies muss einpacken. Abgesehen von der eindeutig rassistischen Aussage über Afrikaner ganz allgemein, ist seine These "Afrikaner treiben (oder schnackseln wie der deutsche Adel sagt) es besonders im Dunkeln" unhaltbar. Sie lässt eher auf eigene sexuelle Praktiken schließen als auf gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse. In Schlachterkreisen würde man sagen: "Da ist kein Fleisch dran." Schalke hat einen multiethnischen Kader. Von derzeit 29 Spielern haben 22 ausländische Wurzeln. Unter Punkt acht des Schalker Leitbildes heißt es: " Von uns Schalkern geht  keine Diskriminierung oder Gewalt aus . Wir zeigen  Rassismus  die Rote Karte und setzen uns  aktiv  für Toleranz und Fairness ein." Den Leitbildgedanken hat Tönnies wohl überlesen, jedenfalls nicht zu seiner Grundhaltung gemacht. Darum muss er gehen.